Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Hier kann über Musik und Sound von damals diskutiert werden

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Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von 70er Jahre Junge » So 19. Jul 2020, 13:43

Moin zusammen,
ich cover auf meinem Youtube-Kanal unter anderem Retro-Gaming-Songs und hab vor Kurzem ein Interview mit Kult-Komponisten Barry Leitch gemacht:
Er erzählt doch ein paar ganz witzige Dinge über seine Arbeit bei Ocean Software und Origin Anfang der 90er. Schaut doch mal vorbei, falls das interessant für Euch klingt. Es sind übrigens weitere Video-Interviews geplant (Termin mit Al Lowe ist bereits vereinbart, hoffentlich klappt's wie geplant).
Jens

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Re: Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von PsychoT » So 19. Jul 2020, 15:30

Freut mich, dass sich ein weiterer Musiker hier eingefunden hat, der auch noch mit retro was anfangen kann. Werde mir deinen Kanal mal reinziehen.
Möglicherweise bist du ja jemand, der hierzu auch was erzählen kann. :blind:
Deinem Aussehen nach zu urteilen hast du deinen Nick nicht wegen deiner Vorliebe für die 70er gewählt, sondern weil du da geboren wurdest, korrekt? Deine Vorliebe gilt sicherlich den 80ern, ne?

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Re: Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von 70er Jahre Junge » So 19. Jul 2020, 15:52

Ja, in der Tat, ich bin 1974 geboren, der Name ist in der Tag etwas fehlleitend. :| Und genau: Ich bin musikalisch eigentlich eher Anfang der 90er sozialisiert.
Hab gerade mal in das Video reingeschaut, davon aber leider gar keine Ahnung. Ich nehm mit Logic Pro X auf. Fand aber im Interview mit Barry auch interessant, dass bei vielen Gaming-Recording-Programmen wie Fasttracker die Spuren eher vertikal anstatt horizontal angeordnet sind. Davon hatte ich vorher nie gehört.

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Re: Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von PsychoT » So 19. Jul 2020, 16:13

Das ist bei trackerbasierenden Musikprogrammen immer so, war schon auf dem Amigs so, siehe Soundtracker, Noisetracker und Protracker. Später dann auf PC wurde darauf aufgebaut mit Programmen wie Screamtracker, Milky Tracker, Fasttracker oder auch Fruity Loops. Ich selbst nutze Renoise, da ist das ebenso der Fall. Logic, was du benutzt, ist aufgebaut wie Cubase, es ist quasi das Apple-Pendant zu Cubase, was wiederum der Standard in der Musikbranche ist. Und da laufen die Spuren dann horizontal. Ist eine Ansichtssache, was man nun bevorzugt, Vorteile gibt es nicht. Aber ich finde eben, dass man ein trackerbasierendes Programm intuitiver nutzen kann wie Cubase, Ableton, Logic, Reason und Konsorten, daher nutze ich's. Wichtig ist nur, dass man auch externe Hardware und vor allem VSTs nutzen und einbinden kann. Wie ich gerade höre, nutzt es dein Interviewpartner Barry Leitch ebenso.

Ach, und in dem Link oben geht es nicht nur um das eine Video, sondern um Musikproduktion generell. Und an deinem Kanal sehe ich, dass du dich ebenso damit befasst. :blind:

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Re: Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von 70er Jahre Junge » So 19. Jul 2020, 19:54

Hab ich gerade nicht gecheckt. Sehr cooler Übersichtsartikel. Wobei mir diese ganzen Kabel und Blinklichter immer gleich Angst einjagen. Ich komm eher von der Gitarre und die DAW ist eher ein notwendiges Übel, um mal was aufnehmen zu können. Zu viele Plug-ins kann ich leider auch nicht nutzen, weil mein 2010er iMac allmählich an seine Grenzen stößt. Und insbesondere Synthies mit viele Effekten belasten die Kapazitäten ganz arg. Und vom Mischen, Komprimiere, Frequenzspektren usw. hab ich leider auch nicht so wahnsinnig viel Ahnung. Aber naja, je mehr man aufnimmt, desto mehr checkt man auch. Hast Du irgendwo was, das Du mal aufgenommen hast?

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Re: Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von PsychoT » So 19. Jul 2020, 20:27

Na klar, hier. Oder auch auf Soundcloud, da ist die Soundqualität natürlich deutlich besser weil sie nicht durch's Video runtergedrückt wird. Ich mache aber ganz andere Musik wie du, bin ausschließlich elektronisch unterwegs. Ich kann weder Noten lesen noch ein Instrument spielen, meine Welt sind die DAWs und VSTs, Hardware nutze ich auch so gut wie nie. Falls du Elektro, Synthwave, Elektronika oder Techno magst, könnte das, was ich mache, evtl. was für dich sein, ansonsten wohl eher nicht. Aber als 70er Jahre Junge, der in den 80ern großgeworden ist, könnte Synthwave durchaus was sein. Du erkennst die Synthwave-Tracks auf Youtube anhand der Beschreibung oder den bunten Bildern. :wink:

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Re: Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von 70er Jahre Junge » So 19. Jul 2020, 21:20

Elektro ist eigentlich gar nicht mein Genre. Finde aus dem Bereich nur Nine Inch Nails gut und kenn sonst kaum was.

Aber ... hab mir mal ein paar von Deinen Songs angehört. Finde ich sehr cool. Schön hypnotisch. Programmierst Du die Drums immer komplett selbst oder gibt's da irgendwelche Loops? Was mich auch interessieren würde: Ist das immer alles auf den Punkt oder gibt's auch sowas we laidback-Feeling oder Vor-dem-Takt-Beats? Und Hast Du mal nen Tipp, wie man den Endmix laut genug bekommt? Das krieg ich irgendwie nie hin ohne, dass es clippt. Ich hab auch leider keine Ahnung vom Mastering.

Wenn Du mal ne analoge Gitarre brauchst, sag bescheid. Kann ich auch als DI-Signal liefern.

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Re: Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von PsychoT » So 19. Jul 2020, 22:20

Naja, Nine Inch Nails hat mit Elektro nichts zu tun, das ist Industrial Rock mit elektronischen Einflüssen. Elektro ist z.B. sowas hier oder sowas, natürlich gibt es auch noch diverse Subgenres wie z.B. Electro Bass oder Electro Funk. Die Pioniere des Elektro waren auf jeden Fall Kraftwerk. Und einen bekannten Electro Funk-Mann kennst du sicher, nennt sich Paul Hardcastle. :blind:

Die Drums "programmiere" ich komplett selbst, jeder einzelne Ton ist so gesetzt wie ich es haben will, Loops o.ä. verwende ich gar nicht. Bei der Musik, die ich mache, ist immer alles auf den Punkt, schön mechanisch robotisch eben. Aber es gibt z.B. Funktionen wie "Humanize", was dann die gesetzen Töne etwas abweichen lässt, so dass es klingt als wenn es ein Mensch live gespielt hätte. Ist für mich aber uninteressant, ich mag ja gerade bei der Musik das geradlinige.

Wie du deinen Mix lauter bekommst ist eine Kunst für sich. Bin da auch kein absoluter Profi, mein Mix hört sich verglichen mit richtig professionellen Produktionen auch noch "leiser" an, wobei das bisher nur mal der ein oder andere Hörer moniert hat (und ich auch mit Sicherheit nicht überproduzieren will wie es seit dem Loudness War soviele tun). Die Produzenten, mit denen ich Kontakt habe, finden jedenfalls alles top, habe noch keine andere Aussage dazu gehört. Was du aber in jedem Fall nutzen musst ist ein Limiter im Masterkanal um Clipping zu vermeiden, denn nur so kannst du den Pegel begrenzen. Und du solltest Kompressoren auf jeden Kanal einsetzen, so dass jedes verwendete Instrument durch einen Kompressor gejagt wird, was dann wiederum den Sound "lauter" macht. Mit einem Kompressor kannst du z.B. eine Drum besser betonen, indem du den Anfang der Waveform für so und soviele Millisekunden hervorhebst, indem der Kompressor erst danach aktiviert wird und den Rest der Waveform unter den Threshold drückt. Oder bestimmte leisere Töne besser hörbar machen, wie z.B. den Nachklang einer Gitarre. "Fatten the sound" würde man sagen. Das kombiniert mit einem Limiter im Masterkanal lässt dich dann so die Gesamtlautstärke ohne Clipping nach oben fahren können, da ja der Threshold des Limiters im Masterkanal den Sound nicht über den Pegel springen lässt. Zusätzlich dazu kannst du dann den Sound, der nicht an den Threshold heranreicht, noch lauter drehen, so dass dann alle Töne unterhalb des Pegels weiter aufgedreht werden und stärker an den Maximalpegel (den der Threshold bestimmt) ranreichen. Alles, was über den Pegel fällt (was das Clipping verursachen würde), wird dann vom Limiter "abgeschnitten", so dass es eben zu keinen Übersteuerungen kommt. Es ist auch hilfreich einen EQ an der richtigen Stelle einzusetzen, auf die jeweiligen Instrumente abgestimmt. Das kann ruhig in den einzelnen Kanälen stattfinden um einzelne Instrumenten noch etwas klanglichen Feinschliff zu geben, ich persönlich nutze aber auch einen Mixer EQ im Masterkanal für den Gesamtmix. Im Internet findest du zum Thema Mastering ganz viele "Anleitungen".

Und danke, ja, ich habe durchaus schon daran gedacht Gitarren in Synthwave-Tracks einzusetzen, das hier wäre eine Option. Habe mich aber noch nicht damit befasst, scheint nicht ganz unkompliziert zu sein. Vielleicht eines Tages über eine Kollaboration. :wink:

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Re: Interview Barry Leitch (Super Cars, Lotus Esprit Turbo Challenge, Top Gear)

Beitrag von 70er Jahre Junge » So 19. Jul 2020, 22:47

Ja, zum Stichwort Loudness War: das Komprimieren ist echt immer so ne Sache. Hab früher in einer Prog-Metal-Band gespielt, bei der Groove und Dynamik eine große Rolle gespielt hat. Und Anfang der 2000er hat jedes Mastering-Studio Metal-Mucke bis zum Anschlag komprimiert und alles platt gemacht wo's nur ging. Das war für uns aber völlig unpassend damals. Aber das mit dem Limiter probier ich mal aus.

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